Geschichte

Das Schloss im Wandel der Jahrhunderte
~ 950
Bau des ersten Turms
Die Herren von Grandson lassen einen ersten Wohnturm errichten, ein grosses rechteckiges Gebäude, das von Gräben umgeben ist und über Küchen sowie einen Wirtschaftshof verfügt. Diese erste Festung wird zu Beginn des 11. Jahrhunderts durch einen Brand zerstört.
1050-1150
Bau des zweiten Turms
Im Osten wird ein zweiter Turm errichtet, von dem noch heute eine Seite in der nördlichen Ringmauer sichtbar ist. Im Westen umschliesst eine gemauerte Ringmauer, die vermutlich eine hölzerne Palisade ersetzt, das ursprüngliche Gebäude.
1235
Erweiterung der Festung
Die ursprüngliche Residenz wird nach Westen erweitert. So entsteht der Gebäudeteil, der noch heute als «kleines Schloss» oder «altes Schloss» bezeichnet wird. Die westliche Ringmauer wird umgebaut und der Nordwestturm an sie angebaut.
1275-1286
Umfassende Erweiterung und Verstärkung des Schlosses unter Otto I. von Grandson
Otto I. von Grandson lässt umfangreiche Bauarbeiten durchführen. An die bestehende Festung fügt er einen grossen viereckigen Bau mit vier Rundtürmen an und verleiht der Anlage damit ihre bis heute erkennbare Silhouette. Die äusseren Zwingermauern werden erheblich verstärkt, was aufwendige Erd- und Maurerarbeiten erfordert.
1389-1425
Beschlagnahmung des Schlosses und Übergabe an die Familie Chalon-Arlay
Das Haus Savoyen beschlagnahmt das Schloss der Familie von Grandson und überträgt es anschliessend der mächtigen Familie Chalon-Arlay aus der Franche-Comté.
1476
Belagerung des Schlosses
Während der Burgunderkriege belagert das Heer Karls des Kühnen das Schloss, das dabei in Brand gesetzt wird. Kurz darauf erleidet Karl in der berühmten Schlacht von Grandson seine erste Niederlage gegen die eidgenössischen Truppen und ihre Verbündeten.
1484-1536
Gemeinsame Verwaltung und Umbauten des Schlosses
Bern und Freiburg übernehmen die Herrschaft Grandson und das dazugehörige Schloss. Sie errichten eine gemeinsame Landvogtei und entsenden abwechselnd einen Vertreter, den Landvogt, der das Schloss jeweils während etwa fünf Jahren verwaltet. Das «alte Schloss» im Westen wird 1536 bis auf ein kleines Gebäude abgerissen.
1798-1816
Staatliches Eigentum und öffentliche Nutzung
Nach der Waadtländer Revolution wird das Schloss zu Staatseigentum. Es gehört zunächst der Helvetischen Republik, danach dem Kanton Waadt und schliesslich der Gemeinde Grandson. Im Schloss werden das Bezirksgefängnis, ein Spital und eine Tabakmanufaktur untergebracht.
1835
Entstehung des ersten Museums
François Perret, ein Bürger von Grandson, der in New Orleans zu Wohlstand gekommen ist, erwirbt das Schloss, das damit in Privatbesitz übergeht. Schon bald überträgt er das Eigentum seinem Bruder Henri. Dieser lässt umfangreiche Renovierungsarbeiten durchführen und eröffnet ein erstes Museum, das der Geschichte von Grandson und den frühen archäologischen Entdeckungen gewidmet ist.
1875
Restaurierung und Modernisierung des Schlosses
Gustave de Blonay kauft das Schloss und beauftragt gemeinsam mit seinem Sohn Godefroy die Architekten Gustav Kelterborn und Otto Schmid mit dessen Restaurierung. Sie restaurieren das Bauwerk als historisches Denkmal, modernisieren es und gestalten neue Räume in einem historisierenden, mittelalterlich geprägten Stil.
1956
Einrichtung einer Sammlung von Automobilen und historischen Waffen
Georges Filipinetti, ein Genfer Unternehmer, Botschafter San Marinos bei den Vereinten Nationen und Besitzer eines Rennstalls, verleiht dem Schloss eine besondere Prägung. Er stellt dort seine Sammlung von Automobilen und historischen Waffen aus, verwandelt einen Keller in eine Folterkammer und richtet für die Hochzeit seiner Tochter eine Kapelle ein.
1983
Wiedereröffnung für die Öffentlichkeit
Bruno Stefanini, ein Zürcher Immobilienunternehmer und Sammler, erwirbt das Schloss über seine Stiftung, die Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG), mit finanzieller Unterstützung des Bundes, des Kantons und der Gemeinde. Am 1. August öffnet das Schloss als Museum wieder seine Türen für die Öffentlichkeit.
2011-2026
Umfassende Restaurierung und ein neues Museum
Eine umfangreiche Restaurierung verändert das Schloss grundlegend und ermöglicht die Entstehung eines vollständig neu konzipierten Museums.
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