Vom 22. Oktober 2026 bis zum 25. Januar 2027 präsentiert das Schloss Grandson eine immersive Ausstellung, in der das Publikum den digitalen Zwilling des Murten-Panoramas erkunden kann. Möglich macht dies der Panoramic Navigator, eine interaktive Installation, die erstmals in der Schweiz gezeigt wird.


Das zwischen 1893 und 1894 von Louis Braun und seinem Atelier geschaffene Panorama der Schlacht bei Murten ist 10 Meter hoch und 100 Meter lang. Es zeigt den Sieg der Eidgenossen über Karl den Kühnen am 22. Juni 1476. Das Werk ist jedoch keine originalgetreue Darstellung des historischen Ereignisses, sondern eine Interpretation aus dem späten 19. Jahrhundert, einer Zeit, in der die moderne Schweiz ihre grossen nationalen Geschichtserzählungen entwickelte.
Nach grossen Publikumserfolgen in Zürich und Genf geriet das Werk mit dem Aufkommen neuer Medien wie des Kinos zunehmend in Vergessenheit. 1996 wurde es restauriert und 2002 anlässlich der Landesausstellung im Monolithen von Jean Nouvel in Murten präsentiert. Seither wird es zusammengerollt in einem Militärdepot aufbewahrt und bleibt der Öffentlichkeit verborgen. Es ist zudem das einzige der vier in der Schweiz erhaltenen Panoramen aus dem 19. Jahrhundert, das nie dauerhaft ausgestellt wurde.
2022 begann das Projekt Terapixel Panorama unter der Leitung von Professorin Sarah Kenderdine am Labor für experimentelle Museologie der EPFL mit der vollständigen Digitalisierung des Werks. Das Ergebnis: ein digitaler Zwilling mit einer Auflösung von 1,6 Terapixeln, zusammengesetzt aus 27’000 Einzelaufnahmen. Es handelt sich um das grösste digitale Bild, das jemals von einem physischen Objekt erstellt wurde. Die Auflösung ist so hoch, dass jeder einzelne Pinselstrich des Künstlers erkennbar wird.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der Panoramic Navigator, der erstmals in der Schweiz präsentiert wird. Diese einzigartige interaktive Installation ermöglicht es den Besucherinnen und Besuchern, tief in das Bild einzutauchen, bis ins kleinste Detail hineinzuzoomen und die künstlerischen Entscheidungen hinter dieser Geschichtsdarstellung zu hinterfragen. Bilder, Klänge und digitale Inhalte verwandeln das historische Kunstwerk in ein lebendiges, multisensorisches Erlebnis.


Die Ausstellung findet im Rahmen der Gedenkveranstaltungen zum 550. Jahrestag der Burgunderkriege statt. Sie entsteht in Zusammenarbeit mit dem Projekt Terapixel Panorama des Labors für experimentelle Museologie der EPFL sowie mit Unterstützung der Stiftung für das Panorama der Schlacht bei Murten (1476) / Fondation pour le panorama de la bataille de Morat (1476).
Das Projekt Terapixel Panorama wird finanziert durch den Schweizerischen Nationalfonds (SNF), die Loterie Romande (Freiburg), die Loterie Romande (Conférence des Présidents des Organes de Répartition), die Loterie Romande (Waadt), die Gemeinde Murten, den Kanton Freiburg, das Bundesamt für Kultur, die Association des Amis du Panorama, die Fondation Etrillard, die Ernst Göhner Stiftung, die Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte, die UBS Kulturstiftung, die Association suisse d’histoire et de sciences militaires sowie Phase One™.